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Beschreibung Bahnanwendungen - Schweißen von Schienenfahrzeugen und -fahrzeugteilen
EN 15085 Teil 4: Fertigungsanforderungen
Alles was nun folgt, hat auch erheblichen Einfluss auf die Fertigungskosten des Lieferauftrages!
Anwendungsbereich Diese Norm beschreibt die Fertigungsanforderungen für das Schweißen
(u. a. Vorbereitung und Ausführung).
Schweißtechnische
Planungsunterlagen
Vom Hersteller sind schweißtechnische Planungsunterlagen unter Mitwirkung der
anerkannten Schweißaufsicht (Stufe A)
aufzustellen. Dazu können gehören:
Arbeitspläne, Schweißfolgepläne und Prüfpläne und/ oder Schweißanweisungen
Arbeitspläne Arbeitspläne sind erforderlich für die Herstellung folgender Baugruppen:
Drehgestelle (Untergruppen, Zusammenbau);
Untergestelle (mit Untergruppen);
Aufbauten (Seitenwände, Stirnwand, Dach).
Weitere Bauteile mit hohen Anforderungen an Sicherheit und Funktion
(z.B. Gelenkwellen, Bremstraversen, Motorgehäuse, Hohlwellenantrieb,
Zugstangenlenkung, Drehzapfenstrebe, Querträger).
Schweißfolgepläne  Bei komplexen Bauteilen sind Schweißfolgepläne erforderlich. Zum Beispiel für:
Drehgestelle (Wiege, Querträger, Drehzapfeneinbau, Langträger, Kopfstück,
Drehzapfenstrebe, Zugstangenanlenkung, Zusammenbau von Langträger und
Querträger)
und
Untergestelle (einschließlich Querträger, Langträger, Kopfträger Drehzapfenstrebe,
Zugstangenanlenkung).
Weitere Planungsunterlagen z.B. Heftpläne, Reparaturanweisungen, Prüfpläne, Unterlagen für Vorrichtungen und
Werkzeuge,
Hinweis zur
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Pläne zum Aussondern von
beschädigten Teilen.

Einzelheiten sind mit der verantwortlichen Schweißaufsicht und/ oder dem Kunden
abzustimmen.
Schweißanweisungen- WPS
Welding Procedure Record
Schweißverfahrensprüfung WPQR
Welding Procedure Qualification Record
Für CP A; CP B, CP C1, CP C2 und CP C3 sind Schweißanweisungen
erforderlich.
CP D nur, wenn der Kunde das verlangt.

Im Allgemeinen, außer bei der Schweißnahtgüteklasse CP D und
wenn im Vertrag vorgeschrieben, muss für alle WPS (Schweißanweisung)
eine WPQR (Auswertung der Schweißverfahrensprüfung) vorliegen
Arbeitsproben  Arbeitsproben sind unter den gleichen Fertigungsbedingungen wie beim endgültigen,
in der Produktion, geschweißten Bauteil auszuführen
(in Anlehnung an EN ISO 15613- Vorgezogene Arbeitsprobe).
Arbeitsproben, einschließlich Prüfumfang, sollten im Prüfplan angegeben werden.
Arbeitsproben
können erforderlich werden:
Zur Prüfung und Sicherstellung der Konstruktion
Zur Sicherstellung des Schmelzschweißprozesses (spezielle Nahtarten)
Zum Nachweis der Qualifikation des Schweißers
Zum Nachweis der Schweißnahtgüte.
Schweißnahtvorbereitung Die Anforderungen EN 15085 Teil 3 Konstruktionsvorgaben (Zahlreiche Hinweise) sollten
eingehalten werden.
Dynamisch beanspruchte Teile Schnittflächen zumindest Schnittqualität 33 nach
EN ISO 9013.
An- und Auslaufbleche sind vorzusehen. Ab t ≥ 8 mm mit gleicher Nahtvorbereitung.
Anschweisen von Montagehilfen sind mit der Konstruktion abzusprechen.
Schweißnahtbereich frei von Schmutz, Rost, Zunder Schlacke, Öle, Farben

Korrosionsschutz: Verwendung von Primärfarbe oder Beschichtungen zulässig
(Kunde, Konstruktion, WPQR und EN ISO 17652 1+ 2).
Schweißnahtfugen für Schweißer einsehbar und zugänglich.
Unregelmäßigkeiten sind der Schweißaufsicht vor dem Schweißen mitzuteilen.
Schweißausführung Schweißaufbau, -nahtrichtung und - folge so gewählt, daß spannungs- und verzugsarm
geschweißt wird.

Ende
Verstärkung oder Aussteifung muß umschweißt werden (EN 15085-3, 7.3.9)
Wenn möglich in Position PA oder PB schweißen, Einsatz von Drehvorrichtungen vorsehen.
Schweißwerkstatt für Witterungseinflüße schützen (Regen, Wind, Schnee, Zugluft...)
Werkstückklemme direkt (möglichst nah)anbringen, auch am Fahrzeug, wenn dort geschweißt wird.
Befestigung an Schienen untersagt.
Gegebenenfalls Batterien abklemmen, Brandschutz beachten, Beanspruchungen ohne plastische ,
GegenlageVerformung durchführen.
Wenn erforderlich, Vorwärm- und Zwischenlagentemperaturen festlegen (EN 1011-2; EN 1011-4-
Empfehlungen zum Schweißen - beachten). Messen nach EN ISO 13916. Temperaturen während
des Heftens und Schweißens einhalten und kontrollieren.
Bei Temperaturen
unter 5°C Vorwärmen erforderlich. Heftstellen unter gleichen Bedingungen schweißen.
Heftstellen ggf.voll aufschmelzen.
Bei Schweißnahtgüteklassen
CP A, CP B oder CP C1 bei Gegenschweißen der Wurzel (Kapplage) die
Wurzellage ausarbeiten oder wenn nein, durch Arbeitsprobe Funktion nachweisen.
Heftstellen außerhalb des Schweißnahtbereiches (z.B.Badsicherungen) nur zulässig,
wenn konstruktiv vorgesehen. Gleiche Bedingungen wie Schweißverbindung.
Qualität der Schweißausführung Zündstellen ausserhalb Schweißnahtfuge unzulässig, Bei CP A, CP B und CP C1 bei
vorhandenen Zündstellen, ausarbeiten und Oberflächenrißprüfung durchführen.
Schweißspritzer sind abhängig vom Werkstoff und Anwendungsfall zulässig, ggf.
Vertragsvereinbarung.
Schweißbadsicherungen dürfen nur verbleiben, wenn dies so in den Zeichnungen
vorgesehen ist.
Beim Entfernen von Kerben, verbleibende Wandstärke nicht unter 95% der nominalen
Wandstärke. Darüber hinaus Nacharbeiten erforderlich.
Bearbeiten oder Schleifen der Nahtüberhöhung so ausführen, daß noch verbleibende
Oberflächenunregelmäßigkeiten innrehalb der Qualitätsanforderungen bleiben.
Beschleifen aus Festigkeitsgründen Schleifvorgang in Beanspruchungsrichtung kerbfrei
ausführen.
Reparaturen an Schweißnahten entspechen Qualifikation und Schweißnahtgüteklasse.
Bei Serienschäden oder Zeichnungsabweichungen Zustimmung des Kunden einholen.
Schadensursache ermitteln.
Überschweißen von Rissen unzulässig, Rißverlauf feststellen, Rissende abbohren,
Riß ausarbeiten und neu schweißen. Oberflächenrißprüfung vor und nach dem Schweißen
durchführen.
Richten mit Flamme: Nur zulässig, wenn werkstoff- und bauteilgeeignet
(keine Festigkeitsminderung), bei hochfesten Werkstoffen und Aluminium ist durch
geeignete Messmittel zu überwachen. Anschmelzungen unzulässig.
Schweißzusätze Mindestanforderungen des Schweißgutes= Auswahlkriterium. Mindestanforderungen des
Grundwerkstoffes
und der EN Klassifizierung der Schweißzusätze müssen sich entsprechen.
Das Schweißgut für den niedriger bewertete Stahlsorte ist ausschlaggebend.
Schweißzusätze Aluminium nach EN 1011-4 Empfehlungen zum Schweißen..., und EN 15085-3, Anhang A.
Konformität der Schweißzusätze Anforderungen nach EN 13479 und den EN- Normen Klassifizierung Schweißzusätze, gültiges Zertifikat,
(Werkstoff, Schweißposition, Stromart). Abnahmeprüfbescheinigung nach EN 10024. Art der Bescheini-
gung ist zwischen Auftragsgeber- und nehmer zu vereinbaren.
Konformität ist durch Hersteller oder Lieferer mit CE- Kennzeichnung nach EN 13479 zu belegen
(Etikett mit Angabe der Zertifizierungsstelle und Zertifizierungsnummer).
Lagerung und Verarbeitung
Schweißzusätze
Angaben des Herstellers für Lagerung und Verarbeitung sind zu beachten (EN 1011-1, 8.2)
Grundwerkstoffe Die Konformität ist mit einer Werkstoffbescheinigung nach EN 10204 zu belegen.
Bescheinigung 3.1
notwendig für  Bauteile der Zertifizierungsstufe CL 1 und CL 2.
Bei
unlegierten Stählen und Feinkornstählen sind die Vorwärmtemperatur und
die
Abkühlgeschwindigkeit nach EN 1011-2 zu bestimmen.
Thermisches Schneiden und Schweißen von Feinkornstählen nach den Richtlinien
und Verarbeitungshinweise der Stahlhersteller beachten.
Härtewerte sind bei unlegierten-, Feinkorn- und Gussstählen nach EN ISO 15614-1
einzuhalten.
Gusseisen nach EN 1011-8 Empfehlungen.
Nichtrostende Stähle Empfehlungen nach EN 1011-3. Für Werkstoffgruppe 7, 8
oder 10 nach CEN ISO
TR 15608 sind
Zunderschichten, Anlauffarben zu entfernen (geeignete Schleifenscheiben,
Rostfreie Bürsten eisenfreie Strahlmittel, chemisch, nach Angaben der Beizmittelhersteller).
Mischverbindungen (Schwarz- Weiß)
Unlegierter- oder Feinkornstahl mit nichtrostenden
Stählen
Schweißzusätze bestimmen Mithilfe des Schaeffler Diagrammes
(Keine Versprödung noch Heißrißbildung)
Zusätzlich für Alu- und Alulegierungen Empfehlungen nach EN 1011-4, Schweißprozesse Stabelektrode (111) und
Gasschmelzschweißen (3) sind unzulässig.
Geeignete Schleifscheiben und entsprechende Werkzeuge verwenden.
Schweißprozesse Stähle: Alle Verfahren außer Rührreibschweißen
Al und Al- Legierungen: Alle Verfahren außer Gas-, Unterpulver-, Elektrogas-, LBH-,
Schwerkraftschweißen, MAG Fülldraht.
Literaturhinweis EN ISO 3843 (alle Teile) Qualitätsanforderungen für das Schmelzschweißen von metallischen Werkstoffen
EN 15085- 2 Schweißen von Schienenfahrzeugen und - fahrzeugteilen. Teil 2: Qualitätsanforderungen
und Zertifizierung von Schweißbetrieben
EN 14532-1 Schweißzusätze Prüfverfahren und Qualitätsanforderungen - Teil 1: Grundprüfungen und
Konformitätsbewertung von Schweißzusätzen für Stahl, Nickel und Nickellegierungen
EN 14532-2 Schweißzusätze Prüfverfahren und Qualitätsanforderungen - Teil 2: Ergänzende Prüfungen
und Konformitätsbewertung von Schweißzusätzen für Stahl, Nickel und Nickellegierungen.
EN ISO 13916 Schweißen - Anleitung zur Messung der Vorwärm-, Zwischenlagen- und Haltetemperatur.
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